Man spricht von einem Putativtitel, wenn zuerst der derivative Eigentumserwerb scheitert, da der Geschäftspartner keine Geschäftswillen bilden kann d.h. Furiosus od. Pupillus. Hier wird ein Titel fingiert aufgrund der BONA FIDES.

Jetzt beginnt man die Usucapio, und hier überbrückt die Bona Fides die Mangelnde Iusta Causa. In diesmal Fall spricht man von einem Putativtitel.

Das ist das grobe Konstrukt, wichtig zu beachten das keine Fehlende Iusta Causa ersetzt wird sondern nur einen Mangelnde überbrückt. Gebs gar keine Iusta Causa funktionierts nicht.

In anderen Worten:
die Putativtitelersitzung ist ein seltener Sonderfall und kommt dann zur Anwendung wenn bei Abschluss eines Vertrags etwas “schiefgegangen” ist und zB der Käufer auf die gültige Iusta causa vertraut. Hierbei sagen manche Römische Juristen, eine Ersitzung soll trotz mangelnder Iusta causa möglich sein – eine Iusta causa wird also fingiert.

Meinungsstreit

Bezüglich des Putativtitels gibt es eine Juristen-Kontroverse im Römischen Recht. S. 105 Übungsbuch-Sachenrecht Benke/Meissel – das Kleingedruckte nicht überlesen

  • Manche der römischen Juristen meinten, dass bei fehlender IUSTA CAUSA die BONA FIDES des Ersitzenden die fehlende IUSTA CAUSA ersetzt.
  • Andere Juristen wiederum hatten damals den Putativtitel abgelehnt – d.h., dass bei der USUCAPIO die fehlende IUSTA CAUSA ein Grund war, die Ersitzung zu verneinen.

 

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