Aufgabe der Gerechtigkeitstheorie ist es, die Vielfalt der Güter in ein zusammenhängendes System zu bringen. Die Gerechtigkeit eines Verteilungssystem bemisst sich daran, wie das Verhältnis der Verteilungskriterien für verschiedene Güter zueinander bewertet und gestaltet wird.

Dieser Bewertung soll, so Walzer ein in seinem Anwendungsbereich „offenes Distributionsprinzip“ zugrunde liegen: Kein soziales gut X sollte ungeachtet seiner Bedeutung an Männer und Frauen, die im Besitz eines anderen Gutes Y sind, einzig und allein deshalb verteilt werden, weil sie dieses Y besitzen in diesem Prinzip kommt ein Gleichheitsverständnis zur Anwendung, das Walzer als „komplexe Gleichheit“ Gegenteil: simple Gleichheit verlangt eine numerische Gleichverteilung bestimmter Güter; kann keinen dauerhaften Bestand haben, weil immer wieder neue Ungleichheiten entstünden charakterisiert.

Komplexe Gleichheit stellt darauf ab, die Integrität der mit bestimmten Gütern verbundene Verteilungssphären zu gewährleisten. Gleichheit lässt sich solcherart mittels einen Verteilungssystems herstellen, in welchem das „offene Distributionsprinzip“ beachtet wird.

Verletzt wird das durch das „offene Distributionsprinzip“ determinierte System komplexer Gleichheit jedenfalls dann, wenn ein Gut die Verteilung der anderen dominiert> „Übergreifung“ Solche Grenzverletzungen bezeichnet Walzer als „Tyrannei“.


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