Eine Petitio principii lat. „Inanspruchnahme des Beweisgrundes“, auch Zirkelbeweis circulus in demonstrando oder circulus in probando, englisch begging the question, ist eine argumentative Figur, bei der eine Behauptung durch Aussagen begründet wird, welche die zu beweisende Behauptung schon als wahr voraussetzen. Dies kann zum einen explizit geschehen, wenn die Behauptung als Schlusssatz oder Konklusion eines Arguments vorliegt, in dem sie selbst als Prämisse vorkommt, zum anderen implizit, indem die Konklusion kein expliziter Bestandteil des Arguments ist, sondern stillschweigend angenommen wird.

Arten der petitio principii

Eine petitio principii kann auf verschiedene Weisen konstruiert werden. Eine Prämisse taugt nicht zur Unterstützung der Konklusion, wenn sie lediglich

  1. eine andere Formulierung der Konklusion ist:
    „Schwarzfahren ist unsozial, weil es auf Kosten der zahlenden Fahrgäste geschieht.“
  2. eine Generalisierung der Konklusion ist:
    „Kopfschmerztabletten haben unerwünschte Nebenwirkungen, denn alle Medikamente haben unerwünschte Nebenwirkungen.“
  3. aus der Luft gegriffen ist, bloß um die Konklusion zu beweisen:
    „Ich nehme immer am Karneval teil, denn Traditionen müssen bewahrt werden.“

Literatur

  • John Woods, Douglas Walton: Petitio principii; in Synthese, Bd. 31 Nr.1 Juni 1975, S 107–127.
  • L. Cummings: Petitio principii: the case for non-fallaciousness. in: Informal Logic, Bd. 20 Nr. 1, S. 1–18.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Douglas J. Soccio, Vincent E. Barry: Practical Logic. 4. Auflage. Harcourt Brace Jovanovich College Publishers, 1992, ISBN 0-03-073907-1

http://de.wikipedia.org/wiki/Petitio_principii 05.11.2014

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