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Verbraucherschlichtung Austria legt Jahresbericht 2022

Schlichtungsanträge seit 2016 um mehr als 200% gestiegen

Wien (OTS) – Seit Aufnahme ihrer Tätigkeit als staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle im Jahr 2016 verzeichnete die Verbraucherschlichtung Austria eine jährliche Steigerung des Arbeitsanfalls um bis zu 28%. Waren es 2016 noch 455 Anträge auf Durchführung eines Schlichtungsverfahrens, lag die Zahl 2022 mit 1.445 schon bei mehr als dem Dreifachen. Das Möbelstück, das in einer falschen Farbe geliefert wird, die verweigerte Rechtsschutzdeckung, die unglücklich verlaufene Pauschalreise oder die nicht zufriedenstellende Handwerkerdienstleistung sind dabei nur ein kleiner Teil der Probleme, mit denen die Schlichtungsstelle Tag für Tag konfrontiert ist. In 82% der Fälle waren Unternehmen bereit, sich an den grundsätzlich freiwilligen Verfahren zu beteiligen. In 78% der Fälle, wo sie dies taten, konnte eine Einigung erzielt werden.

Sachverständige unterstützen Schlichter:innen

Bedarf es in einem Fall technischer Expertise, um zu einer Lösung zu kommen, kann die Verbraucherschlichtung Austria dank einer Förderung des Sozialministeriums auch Sachverständige ins Verfahren einbeziehen. Dies ohne Kosten für Konsument:innen und Unternehmen. So wurden etwa bei Streitigkeiten rund um behauptete Mängel bei Polstermöbeln oder einem Fahrrad Sachverständige beigezogen. Zwar ist dies nur in wenigen Fällen notwendig und gewünscht, es zeigt sich aber, dass die Beiziehung von Sachverständigen für die Lösungsfindung oft zentral ist. „Auf die juristische Expertise unserer Schlichterinnen und Schlichter sowie die Möglichkeit einer kostenlosen Sachverständigeneinschätzung sollten weder Konsument:innen noch Unternehmen verzichten. In 2 von 3 verbraucherrechtlichen Streitigkeiten können wir Lösungen erzielen. Gelingt dies nicht, steht der Weg zu Gericht immer noch offen“, erklärt Vereinsobmann Dr. Hermann Germ.

Kündigungen und Stornierungen erneut häufigste Beschwerdegründe

Wie auch im Jahr davor, waren es 2022 wieder Meinungsverschiedenheiten rund um die Stornierung oder Kündigung von Verträgen, die Konsumentinnen und Konsumenten am häufigsten zur Antragstellung bei der Verbraucherschlichtung Austria bewegten. Der Kündigungswunsch stand dabei meist mit den allgemeinen Teuerungen und dem Problem vieler Menschen im Zusammenhang, die gestiegenen Lebenshaltungskosten bewältigen zu können. Weiters kam es vor allem im Bereich Fernwärme und Heizkostenabrechnung zu einer Verdoppelung der Antragszahlen. Grund dafür waren die deutlichen Preissteigerungen im Energiesektor und der Wunsch nach Überprüfung von Rechnungen und Herabsetzung von Teilbeträgen. Die neutral agierende Einrichtung konnte letztlich in den meisten Fällen eine Lösung vermitteln. Es ist erfreulich, dass unser Angebot von Jahr zu Jahr besser angenommen wird und österreichische Unternehmen trotz der schwierigen Situation der letzten Jahre meist bereit sind, an unseren freiwilligen Verfahren mitzuwirken und in Streitfällen nach außergerichtlichen Lösungen zu suchen, erklärt Dr. Simon Eder, Geschäftsführer und Schlichter bei der Verbraucherschlichtung Austria.

Schlichtungsangebot sehr positiv bewertet

94% der Konsument:innen und 86% der Unternehmen, die sich an Schlichtungsverfahren beteiligt haben, würden dies erneut tun. Dabei wird die Einrichtung durchwegs als serviceorientiert, kompetent, freundlich und fair bewertet. Trotz des guten Feedbacks und der steigenden Fallzahlen sind die Verbraucherschlichtung Austria und das System der alternativen Streitbeilegungsstellen allgemein noch eher unbekannt. Dies obwohl Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, Konsumentinnen und Konsumenten über Schlichtungsstelle zu informieren, wenn eine Streitigkeit bilateral nicht gelöst werden kann. Vor allem unter kleineren Unternehmen scheint diese Verpflichtung aber wenig bekannt zu sein, was die Verbraucherschlichtung Austria durch entsprechende öffentlichkeitswirksame Maßnahmen weiter verbessern möchte.

Was tun, wenn ich als Konsument:in ein Problem habe?

Konsument:innen, die ein Problem mit einem Unternehmen haben und bilateral zu keiner Lösung finden, können sich sowohl über ein Webformular als auch per E-Mail oder Post an die Verbraucherschlichtung Austria wenden. Alle Kontaktinformationen finden sich auf der Website der Einrichtung unter www.verbraucherschlichtung.at.

Allgemeine Informationen zur Schlichtungsstelle

Seit Jänner 2016 bietet die Verbraucherschlichtung Austria als staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle gemäß Alternative-Streitbeilegung-Gesetz (AStG) kostenlose Schlichtungsverfahren an. In diesen unterstützt sie Konsument:innen und Unternehmen als unparteiische Vermittlerin dabei, Streitigkeiten zu lösen. Der Zuständigkeitsbereich der Schlichtungsstelle ist dabei sehr weit und umfasst unter anderem Probleme im Zusammenhang mit dem Kauf von Waren, Reisen, Handwerker:innen, Versicherungen und diversen Dienstleistungen.

Jahresbericht 2022 der Verbraucherschlichtung Austria

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