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Anthypatos

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<strong>Anthypatos</strong> (griechisch ἀνθύπατος) ist die griechische Übersetzung des lateinischen Proconsul. Im griechisch-sprachigen Ostteil des Römischen Reiches wurde der Titel in römischer und frühbyzantinischer Zeit benutzt, in der Verwaltung blieb es bis zum 9. Jahrhundert bestehen. Danach, bis zum 11. Jahrhundert, war es ein byzantinischer Würdentitel.  <b>Anthypatos</b> (griechisch ἀνθύπατος) ist die griechische Übersetzung des lateinischen Proconsul. Im griechisch-sprachigen Ostteil des Römischen Reiches wurde der Titel in römischer und frühbyzantinischer Zeit benutzt, in der Verwaltung blieb es bis zum 9. Jahrhundert bestehen. Danach, bis zum 11. Jahrhundert, war es ein byzantinischer Würdentitel.
= Geschichte und Funktion  
  <h2><span id="Geschichte_und_Funktion" class="mw-headline">Geschichte und Funktion</span></h2>
In spätantiker und frühbyzantinischer Zeit wurde der Titel ''Anthypatos'' an die Gouverneure einiger spezieller Provinzen (Asia, Africa, Achaea sowie Konstantinopel zwischen 330 und 359) bis zum 7. Jahrhundert, als das spätrömische Verwaltungssystem durch die ''Themenverfassung'' abgelöst wurde.  In spätantiker und frühbyzantinischer Zeit wurde der Titel <i>Anthypatos</i> an die Gouverneure einiger spezieller Provinzen (Asia, Africa, Achaea sowie Konstantinopel zwischen 330 und 359) bis zum 7. Jahrhundert, als das spätrömische Verwaltungssystem durch die <i>Themenverfassung</i> abgelöst wurde.
Der Titel wurde dann im Kontext der Themen weiterbenutzt: thematische ''Eparchoi kai Anthypatoi'' ("Eparchen und Prokonsule") sind in Kleinasien bis ins frühe neunte Jahrhundert belegt. Das Amt war ziviler Natur und unterstand wahrscheinlich dem Prätorianerpräfekten in Konstantinopel.Haldon 1997 202–203. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Titel eher als Ehrentitel benutzt denn als Amtsbezeichnung: Theophanes berichtet, dass Kaiser Theophilos (Regentschaft 829–842) Alexios Musele, den Ehemann seiner Tochter Maria, mit den Titeln "''Patrikios'' und ''Anthypatos''" auszeichnete, was ihn über die anderen Patrizier erhob.Bury 1911 S. 28–29. Diese Veränderung fiel mit der Aufgabe der meisten Traditionen aus der Spätantike zusammen, als die ''anthypatoi'' als zivile Verwalter durch die militärischen ''Stratēgoi'' der ''themata'' ersetzt wurden und in ihrer Rolle als Überwacher der Verpflegung für die Armee und in finanziellen Dingen durch die weniger einflussreichen ''Prōtonotarioi''.Haldon 1997 S. 204.  Der Titel wurde dann im Kontext der Themen weiterbenutzt: thematische <i>Eparchoi kai Anthypatoi</i> ("Eparchen und Prokonsule") sind in Kleinasien bis ins frühe neunte Jahrhundert belegt. Das Amt war ziviler Natur und unterstand wahrscheinlich dem Prätorianerpräfekten in Konstantinopel.<sup id="cite_ref-1" class="reference"></sup> Ab diesem Zeitpunkt wurde der Titel eher als Ehrentitel benutzt denn als Amtsbezeichnung: Theophanes berichtet, dass Kaiser Theophilos (Regentschaft 829–842) Alexios Musele, den Ehemann seiner Tochter Maria, mit den Titeln "<i>Patrikios</i> und <i>Anthypatos</i>" auszeichnete, was ihn über die anderen Patrizier erhob.<sup id="cite_ref-Bury_2-0" class="reference"></sup> Diese Veränderung fiel mit der Aufgabe der meisten Traditionen aus der Spätantike zusammen, als die <i>anthypatoi</i> als zivile Verwalter durch die militärischen <i>Stratēgoi</i> der <i>themata</i> ersetzt wurden und in ihrer Rolle als Überwacher der Verpflegung für die Armee und in finanziellen Dingen durch die weniger einflussreichen <i>Prōtonotarioi</i>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"></sup>
Spätestens gegen Ende der Herrschaft |Michaels III. (842–867) wurde der Titel zu einem regulären Würdentitel, einen Rang über den ''Patrikioi''. Der volle Titel ''Anthypatos kai Patrikios'' wurde an einige hochranginge zivile und militärische Größen während des 10. und 11. Jahrhunderts vergeben. Im 11. Jahrhundert sind auch die Titel '''''Prōtanthypatos''''' (Griechisch: πρωτανθύπατος, "erster ''Anthypatos''") und einmalig auch '''''Disanthypatos''''' (Griechisch: δισανθύπατος, "zweifach ''Anthypatos''") bezeugt. All diese Titel verschwanden aber im 12. Jahrhundert.Kazhdan 1991 S. 11.  Spätestens gegen Ende der Herrschaft Michaels III. (842–867) wurde der Titel zu einem regulären Würdentitel, einen Rang über den <i>Patrikioi</i>.<sup id="cite_ref-Bury_2-1" class="reference"></sup> Der volle Titel <i>Anthypatos kai Patrikios</i> wurde an einige hochranginge zivile und militärische Größen während des 10. und 11. Jahrhunderts vergeben. Im 11. Jahrhundert sind auch die Titel <i><b>Prōtanthypatos</b></i> (Griechisch: πρωτανθύπατος, "erster <i>Anthypatos</i>") und einmalig auch <i><b>Disanthypatos</b></i> (Griechisch: δισανθύπατος, "zweifach <i>Anthypatos</i>") bezeugt. All diese Titel verschwanden aber im 12. Jahrhundert.<sup id="cite_ref-4" class="reference"></sup>
Dem ''Klētorologion]]'' des Philotheos zufolge (geschrieben 899) waren die Insignien des ''Anthypatos'' mit Purpur beschriebene Tontafeln. Deren Verleihung bedeutete die Erhebung in den neuen Titel durch den Kaiser.Bury 1911 S. 22.  Dem <i>Klētorologion</i> des Philotheos zufolge (geschrieben 899) waren die Insignien des <i>Anthypatos</i> mit Purpur beschriebene Tontafeln. Deren Verleihung bedeutete die Erhebung in den neuen Titel durch den Kaiser.<sup id="cite_ref-5" class="reference"></sup>
== Literatur ==  
  <h2><span id="Literatur" class="mw-headline">Literatur</span></h2>
  <ul>
* John B. Bury: ''The Imperial Administrative System in the Ninth Century. With a Revised Text of the Kletorologion of Philotheos''. London 1911; [http://www.archive.org/details/imperialadminist00buryrich hier online].   <li>John B. Bury: <i>The Imperial Administrative System in the Ninth Century. With a Revised Text of the Kletorologion of Philotheos</i>. London 1911; <a class="external text" href="http://www.archive.org/details/imperialadminist00buryrich" target="_blank" rel="nofollow noopener">hier online</a>.</li>
* John F. Haldon: ''Byzantium in the Seventh Century: The Transformation of a Culture''. 2. Aufl. Cambridge 1997.   <li>John F. Haldon: <i>Byzantium in the Seventh Century: The Transformation of a Culture</i>. 2. Aufl. Cambridge 1997.</li>
* Alexander Kazhdan (Hrsg.): ''Oxford Dictionary of Byzantium''. 3 Bde., Oxford/New York 1991.   <li>Alexander Kazhdan (Hrsg.): <i>Oxford Dictionary of Byzantium</i>. 3 Bde., Oxford/New York 1991.</li>
== Einzelnachweise ==  
http://de.wikipedia.org/wiki/Anthypatos 10.12.2014  
[[Kategorie:Römisches Recht]]  
  </ul>
  <h2><span id="Einzelnachweise" class="mw-headline">Einzelnachweise</span></h2>
  <ol class="references">
   <li id="cite_note-1"><span class="reference-text">Haldon 1997 202–203.</span></li>
   <li id="cite_note-Bury-2"> <span class="reference-text">Bury 1911 S. 28–29.</span></li>
   <li id="cite_note-3"><span class="reference-text">Haldon 1997 S. 204.</span></li>
   <li id="cite_note-4"><span class="reference-text">Kazhdan 1991 S. 11.</span></li>
   <li id="cite_note-5"><span class="reference-text">Bury 1911 S. 22.</span></li>
  </ol>
  <a class="external free" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anthypatos" target="_blank" rel="nofollow noopener">http://de.wikipedia.org/wiki/Anthypatos</a> 10.12.2014
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